Bund und Länder müssen an einem Strang ziehen: kurzfristig bei Corona-Gefahrenzulage und Tests, langfristig bei der Schicksalsfrage der Pflegereform – der Personalfrage.

(Wien/OTS) – „Am 12. Mai ist der Tag der Pflege. Er ruft die engagierte und verdienstvolle Arbeit der Menschen in den Pflegeberufen in Erinnerung und gibt uns Gelegenheit ihnen zu danken. Gerne hätte das Hilfswerk den diesjährigen Tag der Pflege zum Anlass genommen, den offiziellen Startschuss für den Diskurs der Pflegereform durch das Sozial- und Gesundheitsministerium zu begrüßen. Doch das Corona-Virus hat die Pläne durchkreuzt und das Handlungsfeld pflegepolitischer Maßnahmen vorübergehend auf die von CoVid-19 bestimmte Gegenwart beschränkt“, sagt Othmar Karas, Präsident des Hilfswerk Österreich.

Pflegereform muss Personalfrage ins Zentrum stellen

Immerhin habe die Corona-Krise mehr als deutlich vor Augen geführt, dass die Pflege integraler Bestandteil eines funktionierenden Gemeinwesens ist. Und es sei auch unabhängig davon völlig klar, dass die Personalknappheit in der Pflege und Betreuung schon heute Anlass zur Sorge geben müsse. „Ganz zu schweigen vom Arbeitskräftebedarf in den kommenden Jahren und Jahrzehnten, in denen die demografische Entwicklung einen enormen Zuwachs älterer Menschen erwarten lässt, die Pflege und Betreuung brauchen“, so Karas.

Die Frage, „Wer wird uns pflegen?“, sei die Schicksalsfrage jeder ernstzunehmenden Pflegereform, betont der Hilfswerk-Präsident und fährt fort: „Bund und Länder sind gefordert, in einer gemeinsamen Anstrengung die Attraktivität der Pflegeberufe zu erhöhen und möglichst viele Wege in diesen Sektor zu ebnen. Eine immer älter werdende Gesellschaft kann es sich einfach nicht leisten, an der Pflege interessierte Menschen an andere Branchen zu verlieren.“

Corona-Gefahrenzulage anerkennen, Sicherheit verbessern!

Die Corona-Krise biete Bund und Ländern die Chance auf einen Probegalopp der ehrlichen Zusammenarbeit in Sachen Pflege. Schon vor Wochen hätten sich die Sozialpartner auf eine Einmalzulage für jene Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer in den Pflege- und Betreuungsberufen geeinigt, die trotz Corona-Lock-Downs ihre Arbeit bei und mit den Menschen, die Betreuung und Pflege brauchen, geleistet haben. Die Umsetzung der Corona-Gefahrenzulage hängt aber an der Bereitschaft der Politik, diese auch zu budgetieren. „Ich appelliere an die verantwortlichen Politiker/innen, die Entscheidung zur Anerkennung der Zulage nicht auf die lange Bank zu schieben. Das haben sich die engagierten Pflege- und Betreuungskräfte nicht verdient“, mahnt Karas.

Außerdem weist Karas darauf hin, dass nach den Testungen in den Pflegeheimen auch in den mobilen Diensten, insbesondere in der Hauskrankenpflege und Heimhilfe, Covid-19-Tests von Nöten sind, um bestmögliche Sicherheit für Pflegende und Gepflegte zu gewährleisten. Auch mangle es immer noch an adäquater Schutz- und Hygieneausrüstung. „Das Hilfswerk und andere Träger sind fachlich und organisatorisch problemlos im Stande, mit zur Verfügung gestellten Test-Kits Abstriche zu nehmen und diese zum Labor zu bringen“, führt Karas abschließend aus. Damit könne man das System logistisch entlasten und die Prozesse effizient beschleunigen. Das Entscheidende sei laut Hilfswerk, dass die Rückmeldungen auf die Befunde dann rasch erfolgten, damit im Verdachtsfall nicht ganze Mannschaften stillstehen oder in Ungewissheit agieren.

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