Straßburg (OTS) – „Noch immer verschieben manche großen Firmen ihre Gewinne nur aus Gründen der Steuervermeidung von einem Land ins andere. Das ist ungerecht und unfair und das müssen wir endlich abstellen. Daher tritt das Europäische Parlament heute einmal mehr dafür ein, dass Konzerne und andere Großunternehmen mit einem Nettoumsatz ab 750 Millionen Euro für jedes Land einzeln ihre Geschäftstätigkeit offenlegen“, sagt Othmar Karas, Vizepräsident des Europaparlaments, zur Verabschiedung einer entsprechenden Resolution heute, Donnerstag.

„Wenn große Unternehmen offenlegen, wie viel Umsatz, Gewinn und Mitarbeiter sie in jedem Land ihrer Geschäftstätigkeit haben und wie viel Steuern sie dort zahlen, dann ist das ein Weg, um den Scheinwerfer auf Steuertrickser zu richten“, sagt Karas. „Dass das funktioniert haben wir bei der Bankenregulierung bewiesen, die ich als Chefverhandler des Europaparlaments federführend mitgestaltet habe. Schon im ersten Jahr der länderspezifischen Berichtspflicht ist ans Licht gekommen, dass europäische Banken 628 Millionen Euro Gewinne in Staaten lukriert haben, in denen sie keine einzige Person beschäftigen.“

„Die Offenlegung der Geschäftstätigkeit für jedes Land löst das Problem der Steuervermeidung zwar noch nicht. Doch es hilft dabei, zu verstehen, wo man ansetzen muss, um den Steuertricksern das Handwerk zu legen“, sagt Karas. „Das Europäische Parlament appelliert eindringlich an die Mitgliedstaaten, diesen wichtigen Schritt in Richtung mehr Steuertransparenz für Großunternehmen endlich zu gehen und die seit Jahren bestehende Blockade im Rat aufzulösen. Alles andere ist verantwortungslos.“

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Othmar Karas MEP, 
Tel.: +32-2-28-45627, 
othmar.karas@ep.europa.eu 

Wolfgang Tucek, EVP-Pressedienst, 
Tel.: +32-484-121431, 
wolfgang.tucek@ep.europa.eu