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PRESSESPIEGEL

Hilfswerk fordert Ausbau mobiler Pflegedienste

Wien, 18.12.2018

Othmar Karas, Präsident des Hilfswerks, spricht sich für weniger Bürokratie und bessere Arbeitsbedingungen im Bereich der Pflege aus.


In den kommenden Jahrzehnten wird sich die Zahl pflegebedürftiger Menschen stark erhöhen. Bleibt der Versorgungsmix im Pflegesystem in etwa so, wie er derzeit ist, ist daher bis zum Jahr 2030 mit einer regelrechten Kostenexplosion zu rechnen. Die Kosten im Bereich der Pflege lassen sich nur dann dämpfen, wenn die mobilen Pflegedienste ausgebaut werden. Dies zeige eine WifoStudie, die vom Hilfswerk in Auftrag gegeben wurde.
In Österreich werden 84 Prozent aller Pfiegegeldbezieher zu Hause gepflegt. 45 Prozent davon ausschließlich von Angehörigen, 32 Prozent werden von mobilen Pflegediensten unterstützt. Eine 24-Stunden-Betreuung wird von fünf Prozent in Anspruch genommen, zwei Prozent nutzen teilstationäre Einrichtungen. Rund 16 Prozent werden stationär im Heim gepflegt. Insgesamt gibt es rund 455.000 Anspruchsberechtigte für Pflegegeld.
Das Hilfswerk schloss aus den Studienergebnissen, dass es einen innovativen Ausbau mobiler Dienste braucht. Für die pflegenden Angehörigen werden ergänzende Angebote zur Entlastung gefordert. Auch sollte es weniger Bürokratie und bessere Arbeitsbedingungen geben.

Der Präsident des Hilfswerks, Othmar Karas, pocht auch auf die gesellschaftliche Wertschätzung und die Anrechnung auf die Pensionszeiten: "Die Vorteile der mobilen Dienste stehen außer Zweifel." Der ÖVP-Europaabgeordnete sprach sich auch für europaweite Mindeststandards aus, denn: "Die Zersplitterung führt nicht immer zu mehr Gerechtigkeit." Die Abschaffung des Regresses wiederum habe man zwar begrüßt, es brauche aber eine umfassende Reform, Karas ortet hier eine "Schieflage, die derzeit nicht saniert ist".
Hilfswerk-Geschäftsführerin Elisabeth Anselm forderte unter anderem bessere Möglichkeiten, ausländische Fachkräfte zu gewinnen, etwa durch die regionalisierte Mangelberufsliste und eine einfachere Nostrifizierung von im Ausland erworbenen Ausbildungen.
In Österreich sind von den rund 947.000 pflegenden Angehörigen schon 50 Prozent selbst in Pension. Das Durchschnittsalter beträgt knapp über 60 Jahre. 73 Prozent von ihnen sind Frauen. "Die 24-Stunden-Pflege ist zweifellos wichtig, wird aber in der politischen Diskussion quantitativ völlig überschätzt", verwies auch Anselm auf die mobilen Dienste.
Die jährlichen Nettoausgaben, also der Finanzierungsanteil der öffentlichen Hand für alle Pflegedienste inklusive der Förderung für die 24-Stunden-Betreuung, belaufen sich auf rund 2,1 Mrd. Euro. Der Großteil, rund 1,4 Mrd. Euro, entfällt laut Angaben des Hilfswerks auf stationäre Dienste (75.000 betreute Personen). Etwa 400 Mio. Euro werden für mobile Dienste ausgegeben (150.000 betreute Personen), 150 Mio. Euro für die Förderung der 24-Stunden-Betreuung (35.000 betreute Personen).