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PRESSESPIEGEL

Karas: Schule muss Beitrag für EU-Zusammenhänge leisten

Wien, 12.04.2018

Leichtfried: Proeuropäische Parteien in Österreich gaben nach Volksabstimmung Kampf für EU auf - Fehler nie ausgebügelt

Der ÖVP-Delegationsleiter im EU-Parlament, Othmar Karas, forderte einen stärkeren Beitrag der Schulen zum Verständnis der Zusammenhänge der Europäischen Union. Notwendig sei mehr Information über die EU, die die Antwort auf die Globalisierung sei, sagte Karas Donnerstag vor über 100 niederösterreichischen Lehrern in Wien.

Den Problemen des Nationalismus, Protektionismus, der Schuldzuweisungen und Feindbilder müsse mit der Rücksichtnahme aufeinander, dem Verständnis füreinander und einer Zusammenarbeit und dem Abgehen vom Schwarz-Weiß-Denken begegnet werden. Dafür habe auch die Schule ihren Beitrag zu leisten. Die Zustimmung zur EU hänge eng mit Bildung zusammen. Während eine Minderheit der jungen Menschen ohne Matura für die EU sei, sei es bei denen mit Matura eine deutliche Mehrheit.

Der europapolitische Sprecher im österreichischen Parlament, Jörg Leichtfried, kritisierte, dass nach der Volksabstimmung in Österreich über den Beitritt zur EU die proeuropäischen Parteien den Kampf um Europa aufgegeben hätten, während die Gegner weiter kämpften. Angesichts dieser "Disparität kommen die, die kämpfen, besser rüber. Dieser Fehler wurde nie ausgebügelt". Damit sei aber nicht nur der europäischen Idee in Österreich geschadet worden, sondern auch Österreich selbst. "Eine schwache, zerstrittene, nicht so gut funktionierende Union der größte Schaden, der dem Land passieren kann", so der ehemalige Delegationsleiter der SPÖ im EU-Parlament.

Der grüne Werner Kogler teilte die EU-Aussagen von Karas und Leichtfried: "Ich ziehe meinen Hut" vor den beiden. Auch Kogler warnte vor Hassparolen, mit denen ein Wind entfacht werde, um die Demokratie zu stören "und zum Schluss noch zerstören". Kritisch äußerte er sich erwartungsgemäß über die Regierung, "Österreich braucht keine Orbanisierung, seltsame Phänomene gibt es auch hierorts". Zum Brexit merkte er an, es stelle sich gerade im Bankenbereich die Frage, ob man das bedauern müsse, denn die Briten "sind immer der größte schwimmende Extra-Würstelstand Europas" gewesen.

© APA